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Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen

www.oeab.de

Die Idee

Die regelmäßige Lektüre der Bibel hat schon unzähligen Menschen geholfen, ihr Glaubens- und Lebensfundament zu festigen. Der Umfang und die Vielfalt der biblischen Bücher überfordern allerdings gerade ungeübte Leserinnen und Leser, die für sich allein und ohne „System“ mit dem Buch der Bücher zurechtkommen wollen. Aus diesem Grunde versucht die ÖAB den Bibelleserinnen und Bibellesern durch Vorschläge für eine planmäßige Bibellektüre zu helfen. Sie möchte ermöglichen:
  • täglich die Bibel in überschaubaren Abschnitten zu lesen
  • die Abschnitte im größeren Zusammenhang wahrzunehmen
  • im Wechsel von erzählenden, lehrhaften und poetischen Texten die Vielfalt der biblischen Überlieferung kennen zu lernen
  • einen Überblick über die ganze Bibel, d. h. das Alte und Neue Testament einschließlich der deuterokanonischen (apokryphen) Texte, zu gewinnen
  • Zusammenhänge zwischen alt- und neutestamentlichen Bibeltexten zu entdecken
  • ins Gespräch mit anderen Menschen über den gemeinsam gelesenen Text zu treten

Die Bibellesepläne

Die Arbeitsgemeinschaft erstellt jährlich einen Bibelleseplan, der jeweils einen Bibelabschnitt für jeden Tag des Jahres als Lesung anbietet. Er führt in einem Turnus von vier Jahren durch das ganze Neue Testament und innerhalb von acht Jahren durch das Alte Testament.

Für die Altersgruppe der 9 – 13 jährigen und für alle, die einen ersten Einstieg in regelmäßiges Bibellesen suchen, wurde ein „Leseplan zur Einführung ins Bibellesen“ entwickelt.
Wer ihm folgt, wird im Laufe von vier Jahren mit den wichtigsten Texten des Alten und Neuen Testamentes vertraut gemacht. Beide Pläne können über die ÖAB-Geschäftsstelle bezogen werden.

Jahreslosung und Monatssprüche

Aus den Texten, die für ein Jahr zur Lesung vorgeschlagen werden, wird ein Wort als Jahreslosung ausgewählt. Darüber hinaus wird aus den Texten, die in einem Monat zu lesen sind, jeweils ein Wort zum Monatsspruch bestimmt.

Die Festlegung – sowohl der Bibellesepläne als auch der Jahreslosung und der Monatssprüche – erfolgt auf dem jährlichen Delegiertentreffen der Arbeitsgemeinschaft. Die Mitglieder reichen dazu ihre Vorschläge für Monatssprüche und Jahreslosung ein. Die ÖAB versucht dabei insbesondere, nach eingehender Erörterung der exegetischen Fragen, die Texte im Blick auf die heutigen Menschen und ihre Situation auszuwählen.

Entsprechend der ökumenischen Zusammensetzung der Arbeitsgemeinschaft werden bei der Auswahl der Jahreslosungen und Monatssprüche die zwei kirchlich anerkannten Bibelübersetzungen zugrunde gelegt: die revidierte Lutherbibel (1984) und die Einheitsübersetzung (1980). Beide werden möglichst im gleichen Maße berücksichtigt.

Geschichte

Nach dem ersten Weltkrieg entstanden im Reichsverband der Evangelischen Jungmännerverbünde in Deutschland (heute: CVJM Gesamtverband in Deutschland e.V.) Bibellesepläne für die junge Generation. 1925 kamen der Verband der evangelischen weiblichen Jugend (Burckhardthaus), die Diakonissenhäuser und die Frauenhilfe in Deutschland hinzu.

Die erste Jahreslosung gab Otto Riethmüller (1889-1938), langjähriger Vorsitzender des Burckhardthauses, in Absprache mit dem Reichsverband der Evangelischen Jungmännerbünde heraus. Den Jugendverbänden ging es darum, das tägliche Bibellesen mit allen Kräften zu fördern. Otto Riethmüller ordnete den Bibelleseplänen damals eine Jahreslosung, ein Monatsthema und ein Monatslied zu. Die erste Jahreslosung gab es für das Jahr 1930. Sie lautete: „Ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht“ (Röm 1,16).

1935 übernahm der Männerdienst der bekennenden Kirche den inzwischen vereinheitlichten Bibelleseplan.
1938 schlossen sich die methodistische Kirche und die Baptistengemeinden in Deutschland an. Die so entstandene Arbeitsgemeinschaft trug den Namen „Textplanausschuss“.

Aus der Arbeit mit dem Bibelleseplan erwuchsen infolge des politischen Umbruchs 1933 missionarische Aktivitäten. In allen Zeitschriften der am Textplan Beteiligten wurden die Jahreslosung und die Monatssprüche veröffentlicht. Oskar Schnetter, Jugendwart des CVJM in Kassel, entwickelte das Konzept, die Monatssprüche in Plakatform zu drucken und zu verbreiten.

Dieser „Gelbe Monatsspruch“ erlebte im Verlauf des Kirchenkampfes im Dritten Reich innerhalb kurzer Zeit eine Auflage von 500.000 Exemplaren und erregte Aufsehen in der Öffentlichkeit. Die Reichsregierung berief sich auf das „Gesetz zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen Partei und Staat“ und verbot das Erscheinen des Plakates.

Nach dem zweiten Weltkrieg formierte sich der Textplanausschuss neu. Die volksmissionarischen Ämter und die Ämter für Gemeindedienst traten ein, die Vereinigung Evangelischer Freikirchen, der Deutsche EC-Verband und der Verband Evangelischer Bibelgesellschaften entsandten ihre Beauftragten. Der Bibelleseplan fand auch über Deutschland und den deutschsprachigen Raum hinaus Interesse. Durch den Weltbund des CVJM, der in Genf seinen Sitz hat, wurde er in fast einhundert Ländern der Welt verbreitet.

In der katholischen Kirche war im Rahmen der biblisch-liturgischen Erneuerungsbewegung seit Anfang des 20. Jahrhunderts die tägliche Schriftlesung und die Benutzung katholischer Bibellesepläne empfohlen und neben dem täglichen Stundengebet in breiten Kreisen praktiziert worden. Die Gründung der „Katholischen Bibelbewegung“ 1933 bedeutete eine Zusammenführung und Verstärkung dieser Initiativen. Das Katholische Bibelwerk in Stuttgart wie auch die Bibelpastorale Arbeitsstelle der Berliner Ordinarienkonferenz in der damaligen DDR traten 1969 dem Textplanausschuss bei. Seit 1970 heißt er „Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen“.

In der Zeit der deutschen Teilung arbeitete die ÖAB in zwei Regionen. Die Entscheidung über Lesepläne und Sprüche für Monate und Jahre wurden jedoch immer gemeinsam getroffen, und zwar bei der jährlichen Mitgliederversammlung in Ostberlin.

Seit 1990 ist wieder eine in jeder Beziehung gemeinsame Arbeit möglich. Die bis dorthin getrennte Leitung der Arbeitsgemeinschaft wurde zusammengeführt.

Die Verbreitung der Jahreslosung und der Monatssprüche

Die Werke und Vereinigungen, die zur Arbeitsgemeinschaft gehören, machen die Lesepläne, Jahreslosungen und Monatssprüche auf verschiedenste Weise ihren Mitgliedern bekannt.

Darüber hinaus gibt es mittlerweile über hundert Verlage und Einrichtungen, die die Bibellesepläne der Arbeitsgemeinschaft in Kalendern und Zeitschriften sowie in eigens dafür erstellten Büchern abdrucken und kommentieren.

Auch die Sonntagsblätter vieler Landeskirchen und Diözesen veröffentlichen wöchentlich den entsprechenden Abschnitt aus der ÖAB-Leseordnung. Mittlerweile ist der Leseplan auch im Internet zu finden (http://www/amd.de/mitmachen/download/download.html).

Die Jahreslosung wird auf Titelblättern, Spruchkarten, Kalendern, in Losungsbüchern und auf Wandplakaten in einer Auflage von ca. sieben Millionen veröffentlicht. Auch die Lesepläne mit den Monatssprüchen werden jährlich in einer Auflage von mehreren Millionen gedruckt.

Mitglieder der ÖAB (Stand Februar 2003)

  • Arbeitsgemeinschaft der Evang. Jugend in der Bundesrepublik Deutschland e.V.
  • Arbeitsgemeinschaft evang. Stadtmissionen, Stuttgart
  • Arbeitsgemeinschaft MBK, Bad Salzuflen
  • Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste im Diakonischen Werk der EKD, Berlin
  • Bibellesebund e.V., Marienheide
  • Burckhardthaus, Gelnhausen
  • CVJM-Gesamtverband in Deutschland e.V.
  • Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Deutscher Jugendverband „Entschieden für Christus“, Kassel
  • Eglise de la Confession dÀugsbourg dÀlsace et de Lorraine, Strasbourg
  • Neukirchner Erziehungsverein, Neukirchen-Vluyn
  • Evangelische Brüder-Unität, Bad Boll und Herrnhut
  • Evangelische Buchhilfe e.V., Vellmar
  • Evangelische Frauenhilfe in Deutschland e.V., Düsseldorf
  • Evangelische Seniorenwerk e.V., Kassel
  • Gemeinsame Arbeitsstelle für gottesdienstliche Fragen der EKD, Hannover
  • Evang. Gnadauer Gemeinschaftsverband e.V., Dillenburg
  • Kaiserswerther Verband Diakonissenmutterhäuser e.V., Kassel
  • Katholisches Bibelwerk e.V., Stuttgart
  • Liturgische Konferenz, Hannover
  • Männerarbeit der EKD, Kassel
  • Österreichische Bibelgesellschaft, Wien
  • Schweizerische Bibelgesellschaft, Biel
  • Vereinigung Ev. Freikirchen, Frankfurt/Main

Die ÖAB unterstützen mit beratender Stimme:

  • Pastorin Hildegard Führ, Berlin
  • Pastorin Gisela Opitz, Potsdam
  • Pfarrer Ekkehard Runge, Berlin

Der Vorstand der ÖAB

Dr. Rosemarie Micheel (1. Vorsitzende); Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste, Berlin
Dipl.-Theol. Wolfgang Baur (2. Vorsitzender); Katholisches Bibelwerk e.V., Stuttgart
Dr. Jutta Henner; Österreichische Bibelgesellschaft, Wien
Heinz-Walter Siering; Neukirchener Erziehungsverein, Neukirchen
Reinhart Weiß, Baunatal
Evangelisches Seniorenwerk e.V., Stuttgart
Dr. Rolf Schäfer (Textplanbearbeiter); Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Geschäftsführung:

Angela Likerski
Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen, Berlin
Stand: 4. Juli 2003

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